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20 Mär 2018
14:15 - 16:00

Universität Basel, Kollegienhaus, Hörsaal 001

Gastvorlesung / Vortrag

Der Leugnungsdiskurs zu kollektiver Gewalt in der modernen Türkei: Der armenische Genozid 1915 und die staatlichen Gewaltverbrechen in Dersim 1938

Das Seminar für Nahoststudien lädt ein zu einem Vortrag von Dr. des. Annika Törne

Der Armenische Genozid wird als die Grundlage bezeichnet, auf der die Türkische Republik gegründet wurde. Als Zeichen dessen herrscht die Leugnung des Armenischen Genozids bis heute weithin unangetastet vor. Sie ist nicht nur für die Vergangenheitsrekonstruktionen im offiziellen Diskurs konstitutiv, sondern auch für autobiographische Erinnerungserzählungen. Ein Überblick über typische Leugnungs- und Legitimationsstrukturen und deren historische Entwicklung in der Republik Türkei wird durch eine Problematisierung von dessen Wirkungsmacht in privaten Erinnerungen von vulnerablen Bevölkerungsgruppen ergänzt. Besonderes Augenmerk gilt dabei den diskursiven Kontinuitäten der Leugnung vom Armenischen Genozid 1915 bis zu den staatlichen Gewaltmaßnahmen in Dersim 1938.

Annika Törne promovierte 2017 am Seminar für Nahoststudien an der Universität Basel. Ihr Forschungsinteresse gilt dem Transformationsprozess des spätosmanischen Reichs zum modernen Mittleren Osten, dem Armenischen Genozid, kollektiver Gewalt und deren Leugnung, der Erinnerungsüberlieferung und Erinnerungsliteratur von Minderheiten im Mittleren Osten.

 

Der Vortrag findet im Rahmen der Vorlesung 'Geschichte der Republik Türkei' statt und ist für alle Interessierten offen.

 

Das Programm als PDF